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Frank Becker

Viele Eurer Fragen dazu, wie mein Autorenkurs abläuft und was genau ihr dort lernen und wie ihr dort EUREN Roman weiterentwickeln könnte, findet ihr in diesem Interview beantwortet. Und natürlich könnt ihr mich auch jederzeit für weitere Fragen direkt anschreiben!

„Ich schreibe meinen Autoren nichts vor, vor allem nicht, was oder wie sie zu schreiben haben.“

Ein Gespräch mit Lea Korte über Schreibschulen und Autoren-Coaching

Gesine von Prittwitz: Dem Literaturinstitut in Leipzig und dem Studiengang Kreatives Schreiben in Hildesheim eilt der Ruf voraus, Türöffner für Verlage und den Literaturbetrieb zu sein. Werden Autoren ernster genommen, die spezielle Schulungen durchlaufen haben?

Ja, ich denke schon, dass dies der Fall ist. Wann immer ich mit Agenten oder Lektoren über die Autoren meiner Kurse und deren Werke rede, sehe ich ja auch, auf welch großes Interesse ich stoße. Der Agent oder der Verlagslektor weiß, dass die Projekte, die im Rahmen des Kurses entwickelt wurden, handwerklich einwandfrei und optimiert sind. In der Tat haben ja auch schon einige „meiner“ Autoren den Weg in Publikumsverlage geschafft beziehungsweise einen Agenturvertrag unterschreiben können.

Gesine von Prittwitz: Anfang des Jahres sorgte ein ZEIT-Kommentar von Florian Kessler für Aufregung, in dem auch die Literaturinstitute in Hildesheim und Leipzig ihr Fett abbekamen. Wie sehen Sie das: Besteht die Gefahr, dass Schreibschulen uniforme Literatur produzieren?

Lea Korte: Nein, diese Gefahr sehe ich nicht – und in meinem Kurs schon gar nicht. Ich schreibe meinen Autoren nichts vor, vor allem nicht, was oder wie sie zu schreiben haben. Das Autorenhandwerk, das ich im Kurs vermittele, ist einfach das Rüstzeug, das jeder Autor braucht, wenn er vorankommen will – und das bedeutet nicht, dass man ab da „nach „Regeln schreibt“. In der Tat habe ich derzeit sogar in jedem Kurs einige äußerst „regelwidrige“ Romane, denen ich aber größte Chancen auf dem Buchmarkt einräume, gerade weil sie anders, weil sie originell, weil sie etwas ganz Besonderes sind. Ich helfe Autoren, das Optimum aus IHRER Romanidee zu machen und stelle vor allem Fragen, durch die der Autor selbst den richtigen Weg finden kann, und zwar einen, der dann auch zu ihm passt.

Gesine von Prittwitz: Reicht ein solides literarisches Handwerk tatsächlich aus, um als Autor unter heutigen Bedingungen zu reüssieren?

Lea Korte: Nicht allein, denn mindestens ebenso wichtig ist die Romanidee, die Figuren… Beides muss Hand in Hand gehen, und deswegen arbeiten ich im Kurs ja auch auf mehreren Ebenen.

Gesine von Prittwitz: Das „wie erzähle ich?“ mag man lernen können. Aber doch nicht das „was erzähle ich?“. Oder?

Lea Korte: Doch, auch das. Ideenfindung gehört zur Arbeit im Kurs. Nicht alle Autoren kommen schon mit einer Romanidee; die, die noch keine haben, finden sie im Kurs. Auch hierfür gibt es durchaus Techniken.

Gesine von Prittwitz: Sie haben selber Schreibkurse belegt; meines Wissens sogar bereits in Ihrer Schulzeit. Wie waren Ihre Erfahrungen?

Lea Korte: Ich habe schon in der Schule – was damals sicher der Zeit voraus war – Kurse in „creative writing“ besuchen können, auch später jede Schulungsmöglichkeit wahrgenommen, den ständigen Austausch mit guten Kollegen gesucht und viele, viele Romane analysiert, um zu sehen: Was geht, was nicht? Was zieht den Leser weiter, was wirft ihn raus? Wie baut welcher Autor die Figuren, die Spannung auf? Etc. Und ich habe bei alledem immens viel gelernt – und gebe dieses Wissen heute weiter.

Gesine von Prittwitz: Was hat Sie bewogen, Kurse für Autoren anzubieten?

Lea Korte: Je bekannter ich geworden bin, desto öfter habe ich Mails von Autoren mit der Bitte bekommen, mir ihre Texte doch mal „kurz“ anzusehen und eine Einschätzung bzw. „ein paar Tipps“ zu geben. Damit aber ist es in 99% der Fälle nicht getan. Da fehlt Handwerk, die Figurenentwicklung ist nicht hinreichend durchdacht, die Spannungskurve flacht schon nach wenigen Seiten wieder ab, etc. Das alles aber kann man nicht „in drei Worten“ vermitteln. Und da ich, wenn, dann richtig helfen wollte, habe ich diesen Kurs entwickelt.

Gesine von Prittwitz: Sollte man ein gewisses Rüstzeug mitbringen, wenn man sich bei Ihnen fortbilden will?

Lea Korte: Wichtig ist die Liebe zum Schreiben, Ausdauer und Kritikfähigkeit. Wer diese drei Dinge mitbringt, der hat in der Regel alles, was man braucht, um sich weiterentwickeln zu können. Ich sehe ja immer wieder, wie sehr sich die Projekte und Romanszenen der Autoren allein schon in nur drei Monaten weiterentwickeln!

Gesine von Prittwitz: Wie schätzen Sie die Entwicklung ein, dass mit dem Aufkommen des Selfpublishings auch Schreibschulen wie Pilze aus dem Boden wachsen?

Lea Korte: Das Problem ist – wie immer -, dass der Autor am Ende vor der Schwierigkeit steht, den richtigen Mentor/Lehrer zu finden. Es gibt sehr gute Mentoren, Coacher, Schreiblehrer, etc. – aber es gibt auch weniger gute, die ihr Handwerk selbst nicht verstehen. Hier die Spreu vom Weizen zu trennen ist für einen Autor, der ja zunächst nur einen Blick von außen auf das werfen kann, was da angeboten wird, sicher nicht einfach.

Gesine von Prittwitz: Worauf sollte man bei der Wahl einer Schreibschule besonders Acht geben?

Lea Korte: Die Chemie zwischen dem Autor und seinem Mentor muss stimmen. Die Kursdauer sollte nicht zu kurz angelegt sein, denn Roman und Autor brauchen Zeit, um sich zu entwickeln. Es sollte nicht nur um das Handwerkszeug, das Schreiben an sich gehen, sondern man sollte auch Hilfe bei der Roman- und Figurenentwicklung, dem Plot, dem Exposé, der Leseprobe bekommen. Man sollte einen Probemonat machen können. Wichtig wäre mir als Autor auch der Austausch mit anderen Autoren. Wie ich dies zum Beispiel in meinem (nur für Kursteilnehmer offenstehenden) Autorenforum anbiete und das in sehr großem Umfang genutzt wird.

Gesine von Prittwitz: Sie sind eine eingeführte Autorin, die inzwischen sogar vom Schreiben leben kann. Was raten Sie dem Nachwuchs?

Lea Korte: Wichtig ist, so langweilig sich das jetzt auch anhören mag, Disziplin, Ausdauer und Geduld. Ein Roman schreibt sich nicht „in drei Minuten“, der braucht Zeit – auch Zeit zum Atmen, sprich Zeit, in der man ihn mal liegenlässt, damit der Blick für ihn wieder frei wird, man Abstand zu seinem Werk bekommt. Und der andere wichtige Tipp hängt damit direkt zusammen: Ein gutes Buch ist das Ergebnis von vielen, vielen Überarbeitungsschritten. Nur die allerwenigsten Autoren können einen guten Text aus dem Ärmel schütteln. Der „normale“ Autor, und das sind sicher die meisten, braucht dafür viele Überarbeitungsschritte. Ein guter Roman wird seinen Weg gehen, aber bis er gut ist, muss man viel Zeit und Energie reinstecken. Und das Wissen, wie man beim Überarbeiten vorgeht, kann dabei nur nützlich sein.

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NEU: unter "Schreibtipps" ein Interview mit Eva-Ruth Landys über ihren neuen Roman "Stadt der Unschuld" und wunderbare Tipps für das Schreiben von erotischen Szenen!

Wenn Ihr oben auf die Buchstaben klickt, findet Ihr weitere Interviews - und es sind noch viele geplant! Und ein weiteres neues Interview findet Ihr unter Schreibtipps - mit Nicole Steyer!

Bisher findet Ihr Interviews mit:

Ebenfalls NEU: mit Micaela Jary und ihrem zähen, aber erfolgreichen Weg nach oben!

mit der beliebten historischen Romanautorin Rebecca Gablé 

dem "King of Thriller" Sebastian Fitzek - zu allen Fragen, die Jungautoren bewegen

mit der Newscomerin Sandra Regnier und ihrem Weg zum Verlag

mit dem historischen Krimi-Romanautor Jörgen Bracker, der viel zum Thema Rechereche erzählt

mit der vielseitigen Angeline Bauer zu Genrewechseln, Autorenteamwork und "Actionsszenen"

und mit dem Bestseller-Autorenehepaar Iny Lorentz - direkt hier unten!

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Interview mit dem Autorenehepaar Iny Lorentz

Lea Korte: Inzwischen weiß wohl jeder, dass sich hinter dem Namen „Iny Lorentz“ zwei Autoren verbergen: Iny und Elmar nämlich. Und dass dieses Teamverdammt erfolgreich ist – inklusive Übersetzungen in elf Sprachen und zahlreicher Roman-Verfilmungen. Wie viele Romane habt ihr inzwischen als Iny Lorentz veröffentlicht?

Wie kommt es eigentlich, dass ihr zusammen schreibt? Und wie muss man sich dieses „Zusammenschreiben“ vorstellen? Was sind die Vorteile? Gibt es auch Nachteile? Und was, wenn der eine die Figur und ihre Entwicklung so sieht – der andere aber etwas ganz anderes mit ihr vorhat?

Iny und Elmar: Die Sache ist einfach zu erklären. Als wir am Beginn unserer Karriere unsere ersten Kurzgeschichten in Anthologien des Goldmann Verlags veröffentlichten, kritisierte der Herausgeber einige der jeweils von uns einzeln geschriebenen Stories. In jener Phase halfen wir uns dann gegenseitig. So schrieb Iny für eine von Elmars Stories einen neuen Beginn, und er für sie ein neues Ende. Da dem Anthologisten die Kurzgeschichten, an denen wir beide beteiligt waren, gefielen, haben wir uns entschlossen, richtig zusammenzuarbeiten. Der Erfolg gab uns Recht.

Der Vorteil ist, dass jeder von uns seine ganz persönlichen Stärken einbringen kann. Wir entwerfen das Grundgerüst für jeden Roman gemeinsam in langen Gesprächen. Nach den jeweiligen Recherchen ist dann Elmar mit seiner erzählerischen Kraft gefordert. Da er weiß, dass mit Iny eine ausgezeichnete Analytikerin seinen Rohtext übernimmt, muss er sich nicht um jede Kleinigkeit kümmern, sondern kann frei von der Leber weg schreiben. Iny übernimmt dann seinen Text, beseitigt mögliche logische Fehler und vertieft die einzelnen Szenen. Außerdem ist sie dafür verantwortlich, dass der Text für den Leser leicht verdaulich ist und nicht die Geschichte dahinter erschlägt.

Da wir aber sehr eng zusammenarbeiten, können wir die einzelnen Charaktere immer gemeinsam gestalten. Differenzen bezüglich einzelner Handlungsstränge oder Protagonisten gibt es dabei nie.

Lea Korte: Was viele nicht wissen, ist, dass ihr beide nicht nur die Iny-Lorentz-Romane schreibt, sondern auch unter den Pseudonymen Eric Maron, Nicola Marni, Sandra Melli, Diana Wohlrath, Mara Volkers, Anni Lechner und „Iny Klocke und Elmar Wohlrath“ den Buchmarkt erobert habt. Was hat euch bewogen, nicht nur unter vielen Pseudonymen, sondern auch in verschiedenen Genres zu schreiben?

Iny und Elmar: Es war der Rat unserer Agentin, für jedes Genre und jeden Verlag ein eigenes Pseudonym zu wählen, um nicht die Leserinnen und Leser der Iny-Lorentz-Romane durch völlig andere Genres, die sie nicht mögen, zu verprellen. Leser nehmen so schnell kein Buch eines Autors mehr zur Hand, der sie einmal auf eine solche Weise enttäuscht hat.

Nur sehr wenige Autoren ist es gelungen, eine so treue und vielseitige Leserschaft zu gewinnen, dass sie diese Ausflüge mitmacht. Wir hingegen sagen, dass dort, wo Iny Lorentz draufsteht, auch Iny Lorentz drin sein muss. Das sind wir unseren Lesern schuldig. Wenn sie darüber hinaus bereit sind, uns auch in andere Genres zu folgen, so freuen wir uns natürlich darüber. Auf unserer Homepage kann jeder nachlesen, was wir über Iny Lorentz hinaus noch veröffentlichen.

Lea Korte: Sehen Verlage eine solche „Mehrgleisigkeit“ gern oder sind sie da eher skeptisch?

Iny und Elmar: Viele Autoren schreiben für mehrere Verlage. Einige tun es sogar unter ihrem Namen im gleichen Genre. Allerdings sollte man dafür den entsprechenden Namen und die entsprechenden Buchverkäufe aufweisen und mehr in dem Genre schreiben, als ein Verlag veröffentlichen kann.

Im Allgemeinen sehen Verlage eine solche Mehrgleisigkeit eher skeptisch. Daher sollte man, wenn man für mehrere Verlage schreibt, es jeweils in einem anderen Genre tun. Am einfachsten ist es hier noch, wenn man in einem Verlag Erwachsenenliteratur und in einem anderen Verlag Jugendbücher veröffentlicht. Oft wird man allerdings auch angehalten, es unter verschiedenen Autorennamen, sprich Pseudonymen zu tun. Es ist auf jeden Fall eine sehr diffizile Sache, die man sich gut durch den Kopf gehen lassen sollte.

Lea Korte: Nun muss natürlich auch die Frage kommen, die ich allen Autoren stelle – und die für Anfänger auf dem Buchmarkt eine der wichtigsten ist: Wie schnell ist es euch gelungen, euren ersten Roman bei einem Verlag unterzubringen? Habt ihr von Anfang an gewusst, dass ihr es „schaffen“ werdet, oder gab es auch Momente, in denen ihr an euch gezweifelt habt?

Iny und Elmar: Wir haben von Inys erster Kurzgeschichte, die 1982 in einer Anthologie beim Heyne-Verlag erschienen ist, 21 Jahre gebraucht, bis der Knaur Verlag mit der 'Kastratin' unseren ersten Roman auf den Markt gebracht hat. Diese Zeit war von kleinen Erfolgen und schweren Rückschlägen erfüllt. Natürlich gab es auch Selbstzweifel und wir haben uns eine längere Zeitspanne auch völlig vom Literaturbetrieb zurückgezogen. Der Wille, es zu schaffen, und der Glaube an uns selbst waren im Endeffekt jedoch stärker. Jedes Mal, wenn uns wieder einmal ein Manuskript um die Ohren geflogen ist, haben wir uns geschworen, niemals aufzugeben. Im Endeffekt hat sich diese Hartnäckigkeit schließlich gelohnt.

Lea Korte: Beim Lesen eurer Bücher versinkt man völlig in der Welt eurer Protagonisten. Auch diese Frage ist für „Anfänger“ wichtig: Ist euch das Talent zum Schreiben „zugefallen“ oder habt ihr euch das erarbeitet?

Iny und Elmar: Man braucht auf jeden Fall eine gewisse Veranlagung für das 'Erzählen' von Geschichten. Allerdings sind bis jetzt nur selten Meister vom Himmel gefallen. Als angehender Autor muss man diese Veranlagung pflegen und entwickeln. Und hat sehr geholfen, dass wir unzählige Romane gelesen dabei ein Gefühl entwickelt haben, wie wir selbst Romane schreiben sollten.

Nicht weniger wertvoll waren jedoch die tausende von Seiten, die wir im Lauf der Zeit beschrieben haben. Auch wenn Texte keinen Verlag gefunden haben, so waren sie doch lehrreich und halfen uns, unseren eigenen Stil zu finden.

Lea Korte: Die Romangenres sind gewissen „Moden“ unterworfen – welche seht ihr derzeit als die aussichtsreichsten für neue Autoren?

Iny und Elmar: Wir kümmern uns wenig um "Moden", sondern schreiben die Romane, die uns Freude bereiten. Daher können wir auch nicht sagen, was derzeit "in" ist. Natürlich gibt es Schwankungen bei einzelnen Genres, doch was als nächstes in große Höhen steigt, kann nicht einmal die Pythia von Delphi vorhersagen. Darum kommen Superbestseller immer überraschend und sehr oft auch bei Verlagen, von denen man es nicht vermutet hätte. Siehe "Tannöd" von Andrea Maria Schenkel bei Nautilus oder "Harry Potter" bei Carlsen.

Lea Korte: Hinzu kommt das nächste Problem – die Verunsicherung des Buchmarktes durch die digitale Flut, immer mehr Selbstverleger, amazon, der Kampf der Buchhandlungen ums Überleben ... Wie beurteilt ihr die Zukunft des Buchmarkts?

Iny und Elmar: Es wird auch in Zukunft gedruckte Bücher geben, denn der Mensch hängt nun einmal an Dingen, die er gewohnt ist. Der Anteil mag vielleicht zu Gunsten der E-Books ein wenig zurückgehen, doch sorgt gerade die "digitale Flut" dafür, dass viele am gedruckten Buch festhalten. Viele Leser werden sich angesichts der Masse von selbstverlegten E-Books unterschiedlichster Qualität an die digitalen Ausgaben der von den gewohnten Verlagen herausgegebenen Romanen halten.

Es mag die eine oder andere Buchhandlung oder Buchhandelsfiliale geben, die diese neue Zeit nicht überstehen wird. Ein großer Teil der jetzigen Buchhandlungen wird weiterexistieren, da viele Buchkäufer sich dem Onlinehandel entziehen und ihr Buchgeschäft vor Ort frequentieren werden. Amazon wird ebenso wie die E-Books über einen gewissen Anteil nicht hinauskommen.

Lea Korte: Auch das Thema Agentur ist immer wieder ein wichtiges Thema. Was würdet ihr „Anfängern“ raten? Den direkten Weg zum Verlag – oder doch lieber „erst“ zur Agentur? Oder einfach mal „selber machen“?

Iny und Elmar: Wir raten auf jeden Fall zu einer Agentur. Die Ausnahme sind kleinere Verlage oder Nischenverlage, die nur selten mit Agenturen zusammenarbeiten. Zu diesen können Autoren noch selbst Kontakte knüpfen. Bei allen mittleren und großen Verlagen ist es fast unmöglich. Die Chance, dort als unbekannter Autor anzukommen, ist gleichbedeutend mit dem Hauptgewinn im Lotto. Diese Verlage bekommen von Agenturen genug brauchbare Manuskripte angeboten, so dass es sich im Grunde nicht mehr lohnt, auf die Glückseinsendung eines Überraschungsbestsellers zu warten. Die meisten Manuskripte werden nicht deshalb abgelehnt, weil sie schlecht sind, sondern weil es mehr niemand gibt, der noch die Zeit aufbringt, sie zu lesen und zu beurteilen.

Die Publikumsverlage übertragen die Sichtung der Manuskripte immer mehr den Agenturen, da sie sich darauf verlassen können, dass diese den Finger am Puls des Marktes haben und sie zur rechten Zeit mit den gewünschten Romanthemen versorgen können. Eine Agentur ist auch bei den Verhandlungen wichtig. Viele, vor allem jüngere Autoren sagen sich, warum soll ich einen Agenten nehmen. Dem muss ich ja doch nur einen gewissen Prozentsatz von meinem eh schon geringen Honorar abtreten. Ein guter Agent holt jedoch nicht nur seinen eigenen Prozentanteil bei den Verhandlungen mit den Verlagen heraus, sondern meistens auch bessere Vertragsbedingungen für seine Autoren, die sich für diesen lohnen.

Lea Korte: Habt ihr noch einen besonderen Tipp, den ihr Jungautoren mit auf den Weg geben könnt?

Iny und Elmar: Wir wünschen allen Jungautoren die Bereitschaft zu lernen und zu begreifen, dass ein langer Weg vor ihnen liegt, der Höhepunkte, aber auch Tiefschläge mit sich bringt. Auch sollte man nicht meinen, dass man gleich als Meister vom Himmel fällt. Da fehlt nämlich meistens der Fallschirm und der Boden, auf den man aufprallt, ist hart.

Außerdem sollte jeder an sich glauben und bereit sein, es notfalls jahrelang zu versuchen, bis es einmal klappt. Viele gute Manuskripte wurden nur deshalb nicht zu Büchern, weil die betreffenden Autoren von den ersten Enttäuschungen zermürbt aufgegeben haben. Oft sind es äußere Umstände, warum man von einem Verlag abgelehnt wird, sei es, dass der Verlag bereits einen oder mehrere Autoren auf diese Schiene besitzt und einfach keinen freien Platz für ein Manuskript hat, obwohl es gut ist. Ein Verlag wird auch keinen seiner eigenen Stammautoren beiseiteschieben, wenn ein Manuskript mit einem ähnlichen Thema ins Haus schneit, wie dieser es gerade schreiben will. Ein wichtiger Ablehnungsgrund für einen Verlag ist auch, dass er diese Schiene im Moment nicht bedient und daher keinen Bedarf für ein entsprechendes Manuskript besitzt. Das kann beim nächsten Verlag bereits anders sein.

Ein Agent weiß meistens, was er wann und wo anbieten kann. Für einen Autoren sind das böhmische Dörfer. Er spürt nur die Ablehnung, und die tut weh. Daher raten wir auch  zur Zusammenarbeit mit einer seriösen Agentur. Diese wird, wenn sie von einem Autor überzeugt ist, alles tun, um ihn auch bei einem Verlag unterzubringen!

Lea Korte: Erzählt zum Anschluss auchgern auch noch etwas über eure neusten Romane!

Iny und Elmar: Unsere neuesten Romane sind zu einem "Flammen des Himmels", das im Oktober beim Knaur Verlag erscheinen wird. Es ist die Geschichte von Frauke und Lothar, die sich in den religiösen Wirren des 16. Jahrhunderts in Münster wiedersehen und dabei auf verschiedenen Seiten stehen. Beide merken jedoch bald, dass sie auf Gedeih und Verderb zusammenhalten müssen, wenn sie überleben wollen.

Im November erscheint mit "Fluch des Magiers" von Sandra Melli der dritte Teil unserer "Dämmerlandreihe". Hier muss sich unsere Heldin Laisa erneut mit den Untaten des großen Feindes im Hintergrund herumschlagen und ihr Verbündeter Rogon sich mit dessen Zauberflüchen auseinandersetzen

Ich danke euch beiden sehr für dieses Interview und wünsche euch weiterhin diesen Wahnsinnserfolg, der anderen auch Mut machen sollte! 

Wer mehr über die beiden wissen will, kann hier mehr erfahren: www.inys-und-elmars-romane.de