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Angeline Bauer

Interview mit Angeline Bauer – und www.online-autorenkurse.de  

Lea KorteAngeline Bauer – das ist ein Autorenname, der in vielen Genres und bei vielen großen Publikumsverlagen auftaucht: Du schreibst historische Romane, Liebesromane und Sachbücher in verschiedenen Fachgebieten. Hat man es als Autor einfacher, wenn man mehrgleisig fährt? Und wie gehen die Verlage damit um?

Angeline Bauer: Nein, einfacher hat man es damit nicht. Es bieten sich aber natürlich mehr Möglichkeiten, Aufträge zu bekommen.

Die Verlage verlangen dann teilweise ein Pseudonym, das nur für diesen Verlag genommen werden darf. Ein Name ist eben auch ein Markenzeichen. Zum Glück sind mir im Buchsektor allzu viele Pseudonyme erspart geblieben, ich schreibe unter meinem eigenen Namen und dem Pseudonym Friederike Costa.

Lea Korte: Sowohl für deine historischen Romane als auch für die Sachbücher brauchst du sicher auch einmal den Kontakt zu Fachleuten, um Fragen zu klären, die trotz gründlicher Recherche noch offen sind. Wie gehst du dabei vor? Welche Erfahrungen hast du dabei gemacht?

Angeline Bauer: Unter Hinweis auf meine Homepage (damit sie sehen können, dass ich seriöse Absichten habe) frage ich höflich an, erkläre worum es mir geht und um was für ein Buch es sich handelt. Fast immer wurde mir geholfen.

Lea Korte: Wie schnell ist es dir gelungen, deinen ersten Roman bei einem Verlag unterzubringen? Hast du von Anfang an gewusst, dass du es „schaffen“ wirst, oder gab es auch Momente, in denen du an dir gezweifelt hast?

Angeline Bauer: Ich hatte schon einige Kurzgeschichten für Zeitschriften verkauft. Außerdem hatte ich einen Agenten. Mein erstes Buch war ein Jugendbuch, ein zweites Jugendbuch folgte, dann der erste heiter-freche Frauenroman bei Heyne.

Momente, in denen ich an mir zweifle, gibt es immer noch. Dann schreibe ich trotzdem weiter! Überhaupt heißt Schreiben Disziplin, Disziplin, Disziplin. Wer anfängt aufzuhören ist verloren.

Lea Korte: Du bist ja schon sehr lange und überdies erfolgreich im Buchgeschäft. Ist der Buchmarkt in diesen Jahren einfacher oder schwieriger geworden? Hilft die Erfahrung, um ein neues Buchprojekt zu platzieren?

Angeline Bauer: Es ist und war immer schwierig. Bei hunderttausend Neuerscheinungen jährlich steht man ziemlich alleine da, wenn der Verlag nichts für dich tut, was üblich ist, denn sie haben kaum ein Werbebudget. Mir ist es schon passiert, dass meine Bücher nicht mal alle auf der Verlagshomepage aufgelistet waren – totale Schlamperei. Anfänger stellen sich vor, dass Verlage Lesereisen organisieren, tolle Werbung machen usw. Das tun sie aber meist erst dann, wenn Du schon einen großen Namen hast. 

Lea Korte: Welches sind deiner Meinung nach die wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass ein Lektor in einem Verlag ein Buchprojekt ernsthaft in Augenschein nimmt?

Angeline Bauer: Ein interessantes Anschreiben, ein gutes Exposé, gutes Deutsch (Adjektive raus!!!), spannende Story.

Lea Korte: Wenn du eine Idee für einen neuen Roman hast – ist da zuerst die Figur oder das Thema? Wie gehst du vor, um diese Idee weiterzuentwickeln? Hast du dafür ein bestimmtes „System“?

Angeline Bauer: Kein System, auch kein Strickmuster, wie man vorgeht. Eine Idee ausbauen ist ein lebendiger Prozess. Wichtig: Man muss von Anfang an prüfen, ob alles glaubwürdig und logisch ist.

Lea Korte: Du schreibst die Sachbücher teilweise gemeinsam mit deinem Mann. Ist es einfacher oder schwieriger „zusammen“ zu schreiben?

Angeline Bauer: Wir schreiben nicht zusammen. Jeder hat seinen Part. Zum Beispiel das Hundepflege-Buch, das jetzt im EBook Verlag Klarant neu aufgelegt wird, da habe ich den größten Teil des Buches geschrieben, mein Mann den Part über Homöopathie (sein Fachgebiet). Wir schreiben also eher ‚ergänzend‘. Natürlich geben wir uns manchmal unsere Manuskripte zum Probelesen – aber auch nicht immer.

Lea Korte: Deine Romane sind alle fesselnd bis zur letzten Zeile. Wie schaffst du es, immer eine gewisse Grundspannung zu halten? Welchen Tipp hast du für „Jungautoren“?

Angeline Bauer: Der Spannungsbogen wird schon im Exposé angelegt. Während des Schreibens ist es wichtig immer wieder spannende Momente einzubauen. Wenn so ein Gefühl von Langatmigkeit aufkommt, sofort gegensteuern.

Es gibt Leute, die finden meine Bücher zu kurz. Ich kann nicht länger! Ich mag langwierige Beschreibungen von noch einer Burg und noch einer Landschaft einfach nicht lesen und darum auch nicht schreiben. Ich bin auch als Mensch so, irgendwie immer aktiv.

Lea Korte: Die Romangenres sind gewissen „Moden“ unterworfen, du bist in vielen Genres „unterwegs“. Welches Genre würdest du einem Jungautor anraten?

Angeline Bauer: Erst mal zeitgenössisch. Historische Romane sind sehr, sehr, sehr arbeitsintensiv, und nichts ist peinlicher, als im 13. Jahrhundert im schönen Bayern Kartoffeln aufzutischen. Am besten man schreibt über Dinge, bei denen man sich auskennt.

Lea Korte: Hast du noch einen besonderen Tipp, den du Neulingen auf dem Buchmarkt mit auf den Weg geben kannst?

Angeline Bauer: Ja. Leg erst mal deine Erwartungen ab, denn vom Schreiben leben kann eh kaum jemand. Gebe keinesfalls deinen Brotjob auf. Und sei sehr auf der Hut vor Verträgen! Ich musste selbst sehr bitter erfahren, wie leicht man ganz gehörig über den Tisch gezogen wird.

Ich danke dir sehr für dieses Interview!

Mehr über Angeline Bauer findet Ihr auf Ihrer Webseite und hier nachfolgend eine kleine Auswahl ihrer zahlreichen Werke: